Stromerzeugung wurde nicht beeinflußt – oder nur ein bißchen?

Das Bundeskartellamt teilte heute mit, dass die Untersuchung von Manipulationen der Stromerzeugung, mit dem Ziel höhere Preise durch künstliche Verknappung zu realisieren, keinen Nachweis der Vorwürfe erbracht hat.

Den großen Stromproduzenten in Deutschland, Vattenfall, RWE, E.ON und EnBW war vorgeworfen worden, die Stromproduktion absichtlich zu drosseln, um mehr Geld für den produzierten Strom verlangen zu können. Das Bundeskartellamt hat deshalb in den Jahren 2007 bis 2008 gesammelte Daten über Angebot und Nachfrage an Elektroenergie akribisch ausgewertet. Jedoch konnte nur nachgewiesen werden, dass die vier großen Stromerzeuger in Deutschland, welche rund vier Fünftel des Strombedarfs in Deutschland decken, nur um 0,5 Prozent von der vom Bundeskartellamt errechneten Fahrweise der Kraftwerke abgewichen sind.

Die Ergebnisse bedeuten aber keinen umfassenden Freispruch der Stromanbieter im Vergleich, sondern zeigen nur die Begrenztheit der dem Kartellamt zur Verfügung stehenden Mittel. So wurde herausgefunden, dass regelmäßig rund ein Viertel der in Deutschland zur Stromerzeugung verfügbaren Kapazität wegen Wartung oder aus anderen technischen Gründen nicht zur Verfügung steht. Es war dem Kartellamt aber mangels technischer Ausrüstung nicht möglich hier Manipulationen nachzuweisen. Dies lässt erheblichen Raum für Spekulationen.

Ein Nachweis konnte mit dieser Untersuchung also noch nicht geführt werden. Aber in Zukunft sollen die Stromerzeuger in Deutschland besser überwacht werden. Das Kartellamt plant deshalb die Einrichtung einer Stelle, die sich nur mit der Überwachung der Stromerzeugung beschäftigt. Denn die Bedenken gegenüber den großen Stromanbietern konnten nicht ausgeräumt werden, sondern wurden im Gegenteil durch die gewonnenen Erkenntnisse noch bestärkt.

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