Verivox bevorzugte angeblich Teldafax

Das Handelsblatt berichtet heute über dubiose Geschäftspraktiken beim Verbraucherportal Verivox. Recherchen haben ergeben, dass das Vergleichsportal Verivox ihm vorliegende Informationen über die Preisgestaltung der dort gelisteten Stromanbieter genutzt hat, um TelDaFax unlautere Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Gegenüber dem Handelsblatt hat ein Ex-Manager von TelDaFax eidesstattlich versichert, dass gegen die Zahlung überhöhter Provisionen Preis- und Tarifänderungen von Wettbewerbern noch vor deren Veröffentlichung an TelDaFax weitergeleitet wurden. Damit war es TelDaFax möglich noch vor inkrafttreten neuer Preise und Tarife die eigenen Konditionen entsprechend anzugleichen, um weiterhin die Toppositionen in den Preisvergleichen einzunehmen. Verivox soll auf diesem Wege mehrere Millionen Euro von TelDaFax kassiert haben.

Nach der Pleite von TelDaFax interessiert sich nun auch der Insolvenzverwalter für die gezahlten Gelder. Immerhin fast 800.000 Kunden warten noch auf die Rückzahlung der von ihnen geleisteten Vorkasse. Woher das Geld kommen soll ist indessen fraglich, umso genauer wird wohl die Lauterkeit der Geschäftsbeziehungen zwischen Verivox und TelDaFax überprüft werden, um gegebenenfalls Ansprüche gegen Verivox zu erheben.

Verivox selbst spricht in dem Zusammenhang von Verleumdung und bestreitet die Vorwürfe. Es wurde deshalb Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Sollten sich die Vorwürfe gegen Verivox jedoch erhärten, könnte dies Existenzbedrohend werden, da die Unabhängigkeit des Preisvergleichs eine tragende Rolle für die Akzeptanz des Unternehmens bei den Nutzern spielt.

Verbraucherportal kassierte bei Teldafax ab (bei Handelsblatt.com am 15.09.2011 veröffentlicht)

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